Praxisgemeinschaft Dr. Berberich / Prof. Dr. Ludwig
Praxis für Urologie, Andrologie, Psychotherapie & Sexualmedizin
Urologische Praxisgemeinschaft Frankfurt Höchst
Druckansicht   Sitemap   Suchen

Psychosomatische Urologische Beschwerdebilder

Es gibt zahlreiche urologische Beschwerden mit psychosomatischem Hintergrund

 

Zu ihnen gehören beim Mann

  • der Chronische Beckenschmerz,
  • die Sexuellen Funktionsstörungen (Erektionsstörung, früher Samenerguss),

bei der Frau

  • die Reizblasensymptomatik
  • das Urethralsyndrom (anfallsartige, krampfartige Schmerzen in der Harnröhre)
  • Rezidivneigung der Urethrozystitis
  • Sexuelle Funktionsstörungen

Bei Mann und Frau

  • Psychogene passagere Polyurie
    plötzliches Ausscheiden großer unkonzentrierter Urinmengen
  • Psychogene Miktionsstörungen
  • Psychogene Harninkontinenz

Der Chronische Beckenschmerz
Viele Menschen klagen über diffuse Unterbauchbeschwerden. Bei einer repräsentativen Befragung der Bevölkerung gaben 21,4% der Frauen und 21,7% der Männer an, solche Beschwerden zu haben. Eines der häufigsten psychosomatischen urologischen Krankheitsbilder des Mannes ist der Chronische Beckenschmerz.

 

Meistens lassen sich die Beschwerden nur sehr schwer beschreiben.
Typisch sind:

  • Druckgefühl im Damm
  • Ziehende Beschwerden in den Leisten, die zum Teil in die Hoden ausstrahlen
  • Vermehrter Harndrang, mitunter erschwerte, verlangsamte Blasenentleerung
  • Brennen in der distalen Harnröhre
  • Nachträufeln von Harn
  • Druckgefühl oder Brennen hinter dem Schambein
  • Spannungsgefühl in der Dorsolumbal- sowie in der Sakralregion


Während man früher glaubte, diese Beschwerden seien im Wesentlichen auf ein entzündliches Geschehen in der Prostata zurückzuführen, weiß man heute, dass dies nur in wenigen Fällen zutrifft. Deshalb führen antibiotische Behandlungen auch nur selten zu einem längerfristigen Erfolg.


Viel häufiger  handelt es sich um Verspannungen der Beckenbodenmuskulatur, die von sozialen und seelischen Spannungen gespeist werden. Die muskulären Verspannungen sind körperliche Reaktionen, die im Zusammenhang mit Affekten wie Angst, Furcht, Scham, Schuld, Ärger, Wut ausgelöst werden.

Angst-Spannungs-Zyklus

Angst-Spannungs-Zyklus

Nicht selten kommt es dann zu einer Verselbständigung dieser Beschwerden. Es entwickelt sich eine Art Teufelskreis:
Häufig tritt der chronische Beckenschmerz gemeinsam mit anderen Beschwerden auf, am häufigsten zusammen mit Erektionsstörungen oder frühem Samenerguss.


Leidet ein Patient mindestens zwei Jahre mehrfach unter Körperbeschwerden, ohne dass ein organischer Befund vorliegt, der diese Beschwerden hinreichend erklärt, spricht man von einer so genannten Somatisierungsstörung, bzw. von einer somatoformen Schmerzstörung.